Was ist Ayurveda?

Ayurveda ist die indische Wissenschaft vom langen, gesunden Leben. Es ist das älteste überlieferte Gesundheitssystem und blickt auf eine über 5000 Jahre alte Tradition zurück.

In der altindischen Sprache Sanskrit bedeutet Ayurveda wörtlich das „Wissen vom Leben“.

Heute in der westlichen Welt liefert es nach wie vor viele Antworten und Lösungsansätze, um Menschen gesund zu erhalten oder zu heilen.

Was genau Ayurveda ist und was es für den modernen Menschen tun kann, wollen wir in diesem Beitrag erklären.

Woher kommt Ayurveda?

Ayurveda hat seinen Ursprung im alten Indien. Seine Geschichte lässt sich jedoch nicht bis zu den Anfängen zurückverfolgen oder exakt datieren. Auch der Entstehungsort ist nicht bekannt. In der Caraka Samhita, einem der ältesten Hauptwerke des Ayurveda (Entstehung etwas 150 v. Chr.), wird bemerkt, dass es in der Geschichte der Menschheit vermutlich keine Zeit gab, in der nicht in irgendeiner Form Medizin praktiziert wurde.

Wörtlich übersetzt bedeutet Ayurveda in der altindischen Sprache Sanskrit „Das Wissen vom Leben“. „Ayus“ bedeutet Leben und „veda“ bedeutet Wissen.

Es geht also weit mehr als um die Heilung von Krankheiten, sondern um einen holistischen, individuellen Ansatz, der Geist, Körper und Seele in Einklang bringen soll.

Im Ayurveda wird der Mensch als Einheit von Körper, Geist und Seele betrachtet. Sie gleichen einem Dreifuß, weil die Grundannahme besteht, dass alles verbunden ist, denn alles wohnt in ihnen und sie existieren dem bewussten Wesen zuliebe.

Hat Ayurveda etwas mit Yoga zu tun?

Ayurveda wird oft mit Yoga in Zusammenhang gebracht und das ist auch richtig. Beides ist tatsächlich im gleichen Kulturkreis entstanden und bedient sich der gleichen Grundprinzipien, wie zum Beispiel die Betrachtung eines ganzheitlichen Menschenbildes.

Es gibt mehrere philosophische Richtungen im Ayurveda, die sich grundlegend in vedische und nicht-vedische Systeme unterscheiden lassen.

Yoga gehört zu den vedischen Systemen und eine Interpretation seiner Bedeutung ist „die Kontrolle über die Bewegungen des Geistes“.

Yoga hat also einen direkten Einfluss auf die Entwicklung des Ayurveda gehabt und umgekehrt.

Ayurveda bedient sich verschiedener Yoga-Praktiken, wie Asanas (körperliche Übungen) und Pranayama (Atemtechniken).

Was sind die Grundprinzipien von Ayurveda?

Die Grundprinzipien von Ayurveda sind Gesundheit, Individualität und Ganzheitlichkeit.

Als Gesundheitslehre hat Ayurveda das Ziel, Gesundheit zu erhalten und zu fördern. Ayurveda als Medizin hat das Ziel, Krankheiten zu heilen und Gesundheit wiederherzustellen.

Ayurveda nutzt die natürlichen, im Körper ablaufenden Prozesse, um die Lebenskraft zu stärken und die Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Dabei werden folgende Mittel und Methoden angewandt, um die Gesundheit zu erhalten oder wiederherzustellen:

  • Ernährung           
  • Lebensweise           
  • Arzneien           
  • Panchakarma (Reinigungskur)           
  • Hausmittel

Die Ernährung hat im Ayurveda eine zentrale Bedeutung und unterscheidet drei Ebenen:

  1. die Nahrung, die dem Körper alle lebensnotwendigen Elemente zuführt
  2. die Eindrücke, die den Geist nähren
  3. die sozialen Beziehungen, die Nahrung für die Psyche sind

    Dabei werden der Mensch und seine Bedürfnisse immer individuell und ganzheitlich betrachtet.

    Jeder Typ Mensch hat somit andere Anforderungen und kann individuell für den Erhalt seiner Gesundheit sorgen.

    Manche kennen vielleicht bereits die Einteilung in verschiedene Ernährungstypen, und ihnen empfohlene Speisen oder Einteilungen in heiß oder kalt, scharf oder mild.

    Die Rede ist von den drei Doschas Vata, Pitta und Kapha und deren Zwischenformen. Darauf komme ich gleich zu sprechen, doch was sind überhaupt die Ursachen von Krankheit nach ayurvedischen Gesichtspunkten?

    Was sind nach Ayurveda die Ursachen von Krankheit?

    Vereinfacht könnte man sagen, im Ayurveda werden drei Ursachen für Krankheiten betrachtet, das sind Ama (Stoffwecheslprodukte), Agni (Verdauungsfeuer) und Dosha (Verderber in Bezug auf den speziellen Menschentypen). Alle drei haben mit Ernährung, bzw. der Verdauung zu tun.

    Ama

    Amas sind im Ayurvveda die Schlacken und Giftstoffe, die nicht abtransportiert werden können und so zu Energieblockaden führen. Es gibt grobstoffliche Amas, die als Schlacken im physischen Körper nachgewiesen werden können, und feinstoffliche Amas, die die feinstofflichen Energiekanäle blockieren.

    Nach der ayurvedischen Lehre gibt es bestimmte Lebensweisen, die die Ansammlung von Ama fördern und die es zu vermeiden gilt, bzw. die durch entsprechende Praktiken abtransportiert werden sollten um den Körper gesund zu halten. Hier kommt Yoga ins Spiel, denn die Asanas mit ihren Dehnungen im Hatha-Yoga und Pranayama mit der tiefen Atmung helfen dabei.

    Dosha

    Dosha ist vermutlich das bekannteste Prinzip aus dem Ayurveda und eines der drei Hauptursachen von Krankheiten. Dosha bedeutet wörtlich „Verderber“ und besagt, wenn einer der Doshas zu stark ist verdirbt es die Gesundheit, das es zu einem Ungleichgewicht im Körper kommt.

    Es gibt drei Doshas und ihre Zwischenformen.

    • Vata ist das Luftprinzip           
    • Pitta ist das Feuerprinzip           
    • Kapha ist das Erd-Wasserprinzip

    Die Zwischenformen sind demnach

    • Vata-Pitta           
    • Vata-Kapha           
    • Pitta-Kapha           
    • und eine Mischung aller drei.

    Ohne hier zu sehr ins Detail zu gehen, kann man sagen, Vata-Typen sind eher groß und schlank, Pitta-Typen muskulös-sportlich und Kapha-Typen kräftig im Körperbau.

    Ist eines der drei Doshas zu stark, führt dies zu einem Ungleichgewicht. Wenn zu viel Vata da ist, kann das zu Unruhe und Schlafstörungen führen, oder auch zu Haut- und Gelenkerkrankungen.

    Ist Pitta zu stark, kann das zu Reizbarkeit oder Wutanfällen führen und auf körperlicher Ebene zu Entzündungen, Fieber und Autoimmunerkrankungen.

    Wenn Kapha zu stark ist, kann Antriebslosigkeit oder Depression entstehen und zu Schleimbildungen, Wasseransammlungen oder Fettleibigkeit.

    Bestimmte Asanas sowie Ernährungsempfehlungen helfen dabei, die Doshas wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

    Agni

    Agni ist das Verdauungsfeuer und allgemein auch das Feuer für Transformationsprozesse im Körper und in der Psyche. Die Nahrung muss nicht nur verdaut werden, sondern die Nährstoffe ins Blut gelangen und dort an die Organe weiter transportiert werden. Agni ist für diesen Prozess zuständig.

    Wenn Agni nicht stark genug ist, kann das zu der Ansammlung von Ama führen, was wiederum zu einem Ungleichgewicht der Doshas führen kann und somit den Nährboden für Krankheiten schafft.

    Daher werden im Ayurveda nicht nur Ernährungsempfehlungen gegeben, sondern auch Empfehlungen zur Lebensweise, wie Tagesrhythmus, Umgebung und Schlafgewohnheiten, bis hin zu spirituellen Praktiken und Meditation.

    Was kann Ayurveda heute für uns heute tun?

    Das Leben unserer modernen Zivilisation ist schnelllebig und anspruchsvoll geworden. Dadurch ist eine gewisse Unachtsamkeit in Bezug auf die Bedürfnisse unseres Geist-Seele-Körper-Gefährts entstanden. Wir essen zu viel oder das falsche, bewegen uns zu wenig, setzen uns zu viel Stress aus oder leben einfach in einem Ungleichgewicht, dass zu immer mehr Unwohlsein bis hin zu verbreiteten Zivilisationskrankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Autoimmunerkrankungen oder Burnout führen können.

    Die klassische Schulmedizin kann uns bei manchen unserer Leiden helfen und Behandlungsformen wie die Chirurgie oder die Physiotherapie haben einen wichtigen Bestandteil in der Gesellschaft gefunden. Doch die Schulmedizin hat ihre Grenzen und behandelt oft nur Symptome und nicht die Ursachen.

    Vielleicht ist das ein Grund, warum viele Menschen alternative Lösungen suchen. Ayurveda bietet bewussten Menschen, die Heilung suchen, bewährte Konzepte und über Jahrtausende praktizierte und getestete Heilverfahren, die heute mehr denn je ihre Relevanz in unserer Welt haben. Wenn du mehr über Ayurveda wissen möchtest, dann hinterlasse uns einen Kommentar darüber, was dich am meisten interessiert.